Stadt Sonthofen
Masterplan 100% Klimaschutz

Ein Klimaschutz-Masterplan für das Oberallgäu


Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Unternehmen


Der Landkreis Oberallgäu wurde im Jahr 2016 als eine von 22 Kommunen und Landkreisen bundesweit zur Teilnahme am Klimaschutz-Modellvorhaben „Masterplan 100% Klimaschutz“ ausgewählt. Die Masterplankommunen nehmen eine Vorreiterrolle im kommunalen Klimaschutz ein. Sie haben sich bis 2050 das ehrgeizige Klimaschutzziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen um 95 % zu senken (im Vergleich zu 1990) und den Energieverbrauch zu halbieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, erstellen sie ein Konzept – den Masterplan 100 % Klimaschutz –, das konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor dem Hintergrund der spezifischen lokalen Potenziale und Herausforderungen formuliert. Eine wichtige Rolle spielen dabei der zivilgesellschaftliche Prozess zur Bewusstseinsbildung von Bürgerinnen und Bürgern sowie die Einbindung von lokalen Unternehmen und weiteren kommunalen Schlüsselakteuren.

BMUB/Sascha Hilgers

© BMUB/Sascha Hilgers
Die Entwicklung und Umsetzung des Masterplans 100% Klimaschutz wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Masterplan Klimaschutz OA Teil1 (6.2 MB)
Masterplan Klimaschutz OA Teil2 Kommunen (3.5 MB)

Wichtige Projektdaten in Kürze:

Projekttitel:Masterplan 100% Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu
Projektlaufzeit:01.07.2016 – 30.06.2020
Projektphase 1:Erstellung Masterplan und Verabschiedung durch Kreistag: 01.10.2016 bis zum 10.10.2017
Projektphase 2:Umsetzung Maßnahmenkatalog aus Masterplan: Oktober 2017 bis Projektende
Förderer:Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Förder­programm:Nationale Klimaschutzintiative: klimaschutz.de/ foerderung/ masterplan-100-klimaschutz
Projektträger:Projektträger Jülich (PTJ): ptj.de/ klimaschutzinitiative-kommunen/ masterplan
Finanzierung:BMUB: 80% der förderfähigen Ausgaben, Landkreis Oberallgäu: 20% der förderfähigen Ausgaben
Förder­kennzeichen:03KP0005
Auftraggeber:Landkreis Oberallgäu (Beschluss des Kreistages vom 17.07.2015)
Ausführende Stelle:Landkreis Oberallgäu, Sachgebiet: Wirtschaftsförderung
Projektleitung:Simon Steuer
Projektziel:Über bereits beschlossene Ziele hinaus die Reduktion des Energieverbrauchs um 50% und eine Reduktion der CO2-Emissionen um 95% bis 2050 zu erreichen. (Bisher beschlossene Ziele: Bis 2022 sollen 70% des Energieverbrauchs durch Erneuerbare Energiequellen in der Region erzeugt werden.)
Tandempartner:Landkreis Marburg-Biedenkopf
Masterplan­kommunen 2016:Potsdam, Stuttgart, Kiel, Mainz, Kaiserlautern, Emden, Greifswald, Münster, Magdeburg, Stadt Beckum, Stadt Rietberg, Zweckverband Großraum Braunschweig, Verbandsgemeinde Birkenfeld, Verbandsgemeindeverwaltung Sprendlingen-Gensingen, Kreis Lippe, Landkreis Cochem-Zell, Landkreis Gießen, Landkreis Hameln-Pyrmont, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Landkreis Oberallgäu, Gemeinde Handewitt, Flecken Steyerberg
Masterplan­kommunen 2012:Bensheim, Gemeinde Burbach, Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Stadt Flensburg, Stadt Frankfurt am Main, Stadt Göttingen, Region und Stadt Hannover, Stadt Heidelberg, Stadt Herten, Stadt Kempten (Allgäu), LK Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Nalbach, Stadt Neumarkt i.d. Oberpfalz, LK Osnabrück, Stadt Osnabrück, Stadt Rheine, Hansestadt Rostock, Stadt Sankt Ingbert, Kreis Steinfurt

Die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Erstellung des Masterplans 100% Klimaschutz


Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei wichtigen Planungsvorhaben ist mittlerweile zum Normalfall geworden. Bei der Erarbeitung des Masterplans für 100% Klimaschutz in den Jahren 2016 und 2017 wurden zudem für viele Zielgruppen eigene Beteiligungsformate durchgeführt.
Die Kommunen sind die wichtigsten Partner des Landkreises für die Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen. Sie hatten daher bei zwei Kommunalforen die Möglichkeit Anregungen und Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen zu geben. Zuvor wurden die Treibhausgasbilanzen der Kommunen jeweils im Detail vorgestellt. Diese sind auch öffentlich verfügbar unter Oberallgäuer Energieallianz.
Im Jahr 2050, nach der Tagesschau, kommt der Stromwetterbericht. Die Sprecherin gibt bekannt, um wieviel Uhr es sich lohnt die Waschmaschine laufen zu lassen, oder den Kuchen zu backen. Beispielsweise an einem windigen, sonnigen Mittag. Wenn zu viel Strom im Netz ist, bekommen die Stromkunden sogar wieder Geld heraus.

Diese und viele weitere Ideen entwickelten die Teilnehmer Bürgerenergiewerkstatt im Landratsamt Oberallgäu am 28.11.2016. Viele der Anwesenden hatten im Selbstversuch Strom gespart und fänden einen Stromwetterbericht wohl alles andere als eine Utopie. Wer sich erstmalig einige Minuten in der Woche mit dem Stromverbrauch seines Haushalts beschäftigt, entdeckt oft ungeahnte Einsparmöglichkeiten. So geschehen bei den vier Gewinnern des Wettbewerbs, die 70 bis knapp 50 Prozent ihres Verbrauchs einsparen konnten. Das sind schnell über 500 Euro im Jahr für einen 2-Personen-Haushalt. 
Die Ideen und Anregungen die in drei Arbeitsgruppen gesammelt wurden, fließen in die Maßnahmenliste des Masterplan für 100% Klimaschutz des Landkreises Oberallgäu ein. Genauso vielfältig, wie die Herausforderungen durch den Klimawandel, waren an diesem Abend die Vorschläge, wie Klimaschutz im Alltag umgesetzt werden könnte.

Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihre engagierte Mitarbeit!
 
Gruppenarbeit zu Zukunftsthemen
Gruppenarbeit zu Zukunftsthemen
Gruppenarbeit zu Zukunftsthemen
Im Februar 2017 fanden sich auf Einladung des Landkreises Oberallgäu Schüler der Gymnasien Sonthofen und Immenstadt, sowie der Berufsschule Immenstadt und Mitglieder des Jugendparlaments der Alpenstädte zusammen. Ihre Aufgabe war es, aus Sicht der zukünftigen Generationen, die Maßnahmen für den Masterplan 100% Klimaschutz für das Oberallgäu vorzugeben. Landrat Anton Klotz und der Direktor des Gymnasiums Sonthofen, Joachim Stoller, begrüßten die Jugendlichen im gut gefüllten Jugendhaus Sonthofen zur Jugendenergiewerkstatt.

Gleich zu Beginn hatten die Mitglieder des Jugendparlaments der Alpen die Möglichkeit, ihre Resolution, die auch schon die Umweltminister der Alpenländer erhalten haben, an Landrat Klotz zu übergeben.

„Wir widmen uns heute einem Thema, das in Zukunft fast alle Lebensbereiche betreffen wird: Der globalen Erderwärmung und dem Versuch, sie durch aktiven Klimaschutz zu begrenzen“, so wies Landrat Klotz auf die Bedeutung der Veranstaltung hin. Er motivierte die Jugendlichen sich über den Klimawandel zu informieren und selbst aktiv zu werden:
„Organisieren Sie beispielsweise Exkursionen zu den Unternehmen, die Sie heute morgen kennengelernt haben, um vor Ort noch mehr zu erfahren. Oder suchen Sie Mitstreiter und gründen Sie eine Arbeitsgruppe zu einem der Themen, um die es heute geht. Wenn Sie sich politisch engagieren wollen, beteiligen Sie sich an den Jugendparlamenten in Immenstadt und Sonthofen“.

Verschiedene Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu und vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU, Heidelberg) informierten über den Klimawandel und Klimaschutzprojekte von Jugendlichen in ganz Deutschland.

Anschließend mussten die Jugendlichen selbst ran. Es galt zu beraten welche Möglichkeiten jede und jeder Einzelne in der Schule, zuhause, in der Freizeit und unterwegs hat, zum Klimaschutz beizutragen oder andere Menschen dazu zu motivieren. „Es ist ganz schön schwer, sich wirklich neue Sachen auszudenken“, stellte ein Schüler fest. „Fast alles hat man ja schon mal gehört und vieles versuche ich eigentlich schon richtig zu machen“. So sahen es auch viele andere Teilnehmer, die in der Schule bereits über den Klimawandel diskutiert hatten. „Oft könnte man aber schon viel mehr machen, wenn die Alternativen da wären, z.B. mit dem Bus fahren geht abends nicht, oder sich ein Auto teilen wie in Großstädten“, beurteilte ein anderer Schüler die Situation. Anschließend wurde diskutiert, wie solche Alternativen auch im Oberallgäu geschaffen werden könnten. Vielleicht indem sich noch mehr Jugendliche politisch für ihre Ideen engagieren und diese mit Gemeinde-, Stadt- und Kreisräten diskutieren.

Eine Gruppe diskutierte die Klimarettung durch Schokomilch so intensiv, dass aus der spaßigen Idee am Ende ein ernsthaftes Konzept wurde. Könnte nicht Schokomilch als purer Genuss auf der einen Seite auch ein Aushängeschild für regionale Lebensmittel sein? Könnten nicht alle Schüler monatlich mit kostenloser Allgäuer Bio-Schokomilch für das Radeln zur Schule belohnt werden und die Schokomilch zum deutschlandweiten Symbol für Allgäuer Klimaschutz-Aktivitäten werden? Ganz sicher jedenfalls kann Klimaschutz auch Spaß machen und wie viele andere Ideen fand auch die Schokomilch-Idee einen Platz am großen Ideen-Baum. Dieser trägt als Blätter die besten Ideen des Tages, eine Idee je Teilnehmer. Der Ideen-Baum war noch viele Wochen lang im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen.
 

Der Ideenbaum der Jugendlichen stand noch viele Wochen im Foyer des Landratsamtes
Der Ideenbaum der Jugendlichen stand noch viele Wochen im Foyer des Landratsamtes
Der Ideenbaum der Jugendlichen stand noch viele Wochen im Foyer des Landratsamtes
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