Simon Steuer
Klimaschutz

Klimaschutz – gute Gründe, das Klima zu schützen


Machen wir uns auf den Weg!


Der Klimawandel birgt große Gefahren für das Leben und Wirtschaften der Menschen, auch bei uns in Mitteleuropa.
Wetterextreme bedrohen Ernten und habe damit einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Lebensmittelversorgung und besonders die Lebensmittelpreise. Häufigere Überschwemmungen und schwere Stürme können in kürzester Zeit enorme Schäden an Gebäuden und Verkehrswegen anrichten, und nicht zuletzt werden Dürren oder der steigende Meeresspiegel in anderen Regionen der Erde Menschen zur Flucht zwingen – es bedarf keiner Hellseherei um voraus zu sagen, dass sich viele dieser Menschen aufmachen werden in Richtung Europa.

Es gibt also viele gute Gründe, das Klima zu schützen!
Hans-Jörg Barth

© Hans-Jörg Barth

Klimaschutz - was ist zu tun?

Den CO2-Ausstoss verringern und unseren Energieverbrauch senken, das sind zwei entscheidende Maßnahmen für den Klimaschutz.
Was so einfach klingt ist jedoch eine gewaltige Herausforderung für die Menschheit. So gewaltig und auch so abstakt, dass es nicht einfach ist, sich gedanklich damit zu beschäftigen.
Und dennoch – darauf zu vertrauen, dass die Politik es schon richten wird, beispielsweise durch große internationale Klimaschutz-Veranstaltungen – das ist ein Trugschluss.

Jeder und jede kann und muss etwas dafür tun, damit wir unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Denn auch die nachfolgenden Generationen haben ein Recht auf gute Bedingungen für ein erfolgreiches und nachhaltiges Wirtschaften und Leben.
Klimaschutz beginnt auf regionaler Ebene. Die Energiewende, die der Bund beschlossen hat, kann nur erreicht werden, wenn Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen mitmachen.
Deshalb macht sich der Landkreis Oberallgäu auf den Weg zur Klimaschutzregion.

Diese Website bietet eine Fülle von Tipps, Infos, Beispielen und Mitmach-Aktionen für den Klimaschutz.
Alle sind gefragt, jede Maßnahme hilft!

Die Meilensteine der Klimaschutzpolitik im Landkreis Oberallgäu


Der Landkreis Oberallgäu verfolgt bereits seit vielen Jahren ehrgeizige energiepolitische Ziele. Durch viele Aktiviäten und Maßnahen wurde eine gute Basis gelegt, realistische Klimaschutzstrategien zur deutlichen CO2-Emissionsminderung zu entwickeln.
Am 03. Juni 2008 fand im Landratsamt in Sonthofen erstmals die Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz statt und wurde in den Folgejahren regelmaßig durchgeführt. Das Klimaschutz-Gremium traf sich anschließend im April 2010, im April 2012, im April 2013 und im Dezember 2014. Aus der Konferenz im April 2010 ging als Ergebnis der Kreistagsbeschluss zur Erstellung des Handlungsplans Klimaschutz hervor. Der erste landkreisweite Stromsparwettbewerb in den Jahren 2015/2016 war ebenfalls ein Ergebnis der ersten Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz.
Ein ehrgeiziges Ziel hatte im Jahr 2011 der damalige Landrat Gebhard Kaiser ausgegeben: Bis 2022 sollten 70% des im Landkreis verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen innerhalb der Kreisgrenzen erzeugt werden. Dieses Ziel wurde dann auch vom Kreistag beschlossen und stellte die Basis für viele darauf folgende Entscheidungen der Gremien dar, um Klimaschutzprojekte im Landkreis voranzubringen. Auch Landrat Klotz fühlt sich diesen Vorgaben verpflichtet und bekräftigt grundsätzlich das Ziel.
Allerdings ist es unter den gegenwärtigen landespolitischen Rahmenbedingungen nicht einzuhalten. Aufgrund der von Ministerpräsident Horst Seehofer durchgesetzten H10-Regel (10-facher Abstand der Windradhöhe zur umliegenden Wohnbebauung) wurden nahezu alle im Landkreis möglichen Projekte auf Eis gelegt. 2015 wurden zwei neue interkommunale Windenergieanlagen (die ersten im Allgäu) in Betrieb genommen werden. Allerdings wurden dafür zwei alte Anlagen entfernt.
Die Erarbeitung des Handlungsplans Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu wird begleitet durch den im Herbst 2011 gegründeten Beirat für Energie und Klimaschutz Oberallgäu. Der Beirat setzt sich aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und politischen Akteuren zusammen und begleitet fachlich die Umsetzung der Energiewende im Landkreis. Er gibt nach Abwägung möglicher Handlungsvarianten, die im Handlungsplan Klimaschutz gemeinsam mit eza! ermittelt werden, notwendige Empfehlungen und soll so die notwendige Transparenz für die Akzeptanz von Entscheidungen in der Energiewende bei der Bevölkerung herstellen.

Mitglieder des Beirats für Energie- und Klimaschutz (47 KB)
Den Handlungsplan Klimaschutz hat der Landkreis zusammen mit dem Energie- und Umweltzentrum eza! im Jahr 2012 erarbeitet, 2013 wurde er vom Kreisausschuss beschlossen. Dabei wurden Leitziele und zwölf Leitprojekte festgelegt - basierend auf einer Ist-Analyse, einer Potentialstudie für Einsparungen und erneuerbare Energienutzung sowie einer Energiebilanz.

Wichtigstes Leitprojekt ist die kommunale Energieallianz mit den kreisangehörigen Kommunen. Hier gibt der Kreis Anreize für Kommunen, die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen wie z.B. den Aufbau einer Verbrauchserfassung in kommunalen Liegenschaften, die Benennung eines Energieverantwortlichen in der Gemeindeverwaltung und das Angebot einer Energieberatung für die Bürger der Gemeinde.
Ein Weiteres Leitprojekt ist die Information und Motivation zur Gebäudesanierung, wofür der Kreis ein Förderprogramm zur Baubegleitung aufgelegt hat.

Bürger / Förderprogramme

Innovativ - und in dieser Form einmalig - war, dass der Landkreis in diesem Zusammenhang die administrative Abwicklung mit dem Fördergeber (dem Projektträger Jülich) für 13 weitere individuelle Klimaschutzkonzepte von kreisangehörigen Städten und Gemeinden übernommen hat.
Die Erarbeitung des Handlungsplans Klimaschutz wurde mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.
Hier finden Sie den Handlungsplan jeweils in einer Kurzversion und einer Vollversion.

Handlungsplan Klimaschutz Kurzversion (1 MB)
Handlungsplan Klimaschutz Vollversion (9.6 MB)
Im Rahmen des Handlungsplans Klimaschutz hat der Kreistag beschlossen, am European Energy Award teilzunehmen. Dabei werden Energiedaten erfasst und der Stand der Umsetzung verschiedener Maßnahmen festgehalten. Auf diese Weise kann der Erfolg beim Klimaschutz tatsächlich gemessen und sichtbar gemacht werden. Seit dem Auftakt im Juni 2014 wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt, zum Beispiel eine Hausmeisterschulung und Schulungen für Entscheidungsträger für Energieallianzkommunen, eine erfolgreiche Bewerbung als staatlich anerkannte Öko-Modellregion und die Gründung einer Verkehrsverbundgesellschaft MONA GmbH zur Verbesserung des ÖPNV im Landkreis sowie des Mobilitätsmarketings.
Der Landkreis Oberallgäu wurde als erster Landkreis in Bayern mit dem European Energy Award ausgezeichnet.
Hier gibt es detaillierte Informationen im eea-Bericht.

eea-Bericht (1.3 MB)
Die langjährigen und umfangreichen Klimaschutzbemühungen im Oberallgäu haben dazu geführt, dass der Landkreis Oberallgäu 2016 vom Bundesumweltministerium als eine von 22 Kommunen und Landkreisen bundesweit zur Teilnahme am Klimaschutz-Modellvorhaben „Masterplan 100% Klimaschutz“ ausgewählt wurde.

Masterplan 100% Klimaschutz
Masterplan 100% Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu zum Download
Nach einjähriger Erarbeitungszeit wurde der Masterplan für 100% Klimaschutz im Oberallgäu vom Kreistag am 14.7.2017 beschlossen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

In den Masterplan eingeflossen sind mehrere Kommunalforen mit kommunalen Entscheidungsträgern, die Ergebnisse verschiedener Arbeistrunden während der öffentlichen Bürgerenergiewerkstatt und die Beiträge von Teilnehmern der Jugendenergiewerkstatt im Jugendhaus Sonthofen. Darüber hinaus wurden mit etwa 50 ausgewählten Personen Experteninterviews zu den vielen Themenbereichen geführt. Der Masterplan 100% Klimaschutz für das Oberallgäu wurde somit mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt.

Die Klimaschutzziele
Die Berechnungen, ob die Ziele bis 2050 erreichbar sind, wurden vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu durchgeführt. Die Ziele lauten im Detail, dass 50 Prozent des Energieverbrauchs im Vergleich zum Basisjahr 1990 eingespart werden sollen. Durch diese Einsparung und durch die Nutzung Erneuerbarer Energien sollen 95 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Verbleibende CO2-Emissionen lassen sich u.a. deshalb nicht vermeiden, da auch die Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien in der Herstellung aufwändig sind, oder weil Prozesswärme im Gewerbe und der Industrie sich teils nicht ersetzen lässt, oder in der Mobilität wird auch bis 2050 noch fossiler Treibstoff eingesetzt werden.

Die CO2-Bilanz oder die Messung der Ziele
Es wurde nach dem deutschlandweit gültigen BISKO-Standard bilanziert, so sind die Werte mit anderen Kommunen vergleichbar. Es wird dabei nach dem Territorialprinzip bilanziert, das bedeutet, dass nur CO2-Emissionen erfasst werden, die auf dem Gebiet des Landkreises erzeugt werden. Damit können Kompensationsmaßnahmen in anderen Ländern nicht berücksichtigt werden. Auch nicht berücksichtigt werden Emissionen, die durch den Konsum von Produkten entstehen, die in anderen Ländern hergestellt werden. Umgekehrt werden aber die Emissionen von Produkten erfasst, die im Allgäu produziert und anderswo konsumiert werden (z.B. Käse). Das zumindest sorgt für einen gewissen Ausgleich. 
Eine ganze Reihe von Dingen werden einfach deswegen grundsätzlich nicht hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen berücksichtigt, weil die Berechnung der Emissionen schwierig, umstritten oder nicht wiederholbar ist. Ganz entscheidend ist nämlich, dass dieselben Daten wie heute in einigen Jahren wieder verfügbar sind. Nur so kann bewertet werden, ob wir uns den Zielen nähern. 

Alle Annahmen, Berechnungen und Ergebnisse, sowie die daraus abgeleiteten Maßnahmen finden sie im Bericht zum Masterplan. Diesen Bericht können Sie sich unter dem folgenden Link klimaschonend herunterladen. Auf Anfrage sind auch gedruckte Exemplare beim Landkreis erhältlich.

Masterplan 100% Klimaschutz
Masterplan 100% Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu zum Download
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